Glashütte am Schönberg
1716 – 1728
Der Betrieb wurde 1716 als Nachfolger der ersten Mottingeramt-Hütte auf den Schönberg bei den „Drei Höfen" im Gföhlerwald verlegt, nachdem die Holzvorräte am ursprünglichen Standort erschöpft waren. Archäologische Funde belegen die Erzeugung von grünlichem Waldglas; vereinzelt dokumentierte Fragmente kobaltblau gefärbten Glases deuten auf ein erweitertes Produktionsspektrum hin. Eine zugehörige Glasschleiferei wird in der nahen Ebnermühle am Dobrabach vermutet. Trotz einer Generalüberholung unter Graf Sinzendorf im Jahr 1724 musste die Produktion im März 1728 wegen Unrentabilität eingestellt werden. Die Flächen wurden anschließend in landwirtschaftliche Nutzhöfe umgewandelt. Als bedeutendes Relikt der Betriebszeit gilt eine erhaltene Hüttenglocke im Dachreiter des Hofes Sinnhuber.
Quellen
- Kugler E. - Heimatbuch Jaidhof, S. 273 ff
- Winkelbauer T. - Glashütten im Gföhleramt, S. 149 ff
- Volkmar Köllner: Nachlass zu Glasmacherfamilien im Waldviertel, 1980er Jahre. Archiv Gmünd/Waldviertel.