Glashütte Minichwald
1600 – 1600
Die Glashütte im Minichwald stellt einen archäologischen Ausnahmefund dar. In den Jahren 1950/1951 legte Herma Stiglitz hier die Reste von zwei Glasöfen frei, deren Grundriss vollständig dokumentiert werden konnte. Der runde Hauptofen (5 x 3 Meter) besaß markante Stützpfeiler aus Ziegeln und einen südlich angebauten, rechteckigen Kühlofen. Einzigartig ist die Verwendung eines Mühlsteins als Bodenpflasterung im Ofeninneren. Funde von Schmelzhäfen und Glasfragmenten lassen eine Datierung in die römische Zeit (um 200 n. Chr.) oder das 16./17. Jahrhundert zu. Diese Fundstelle dokumentiert eindrucksvoll die frühe Technik der Glaserzeugung im Voralpenraum.
Quellen
- Stiglitz Herma - Grabung im Minichwald bei Kreisbach-Wilhelmsburg (BH. St.Pölten). In: Pro Austria Romana, Jahrgang 1 (1951)
- Kinga Tarcsay - Frühneuzeitliche Glasproduktion in der Herrschaft Reichenau am Freiwald, Niederösterreich, Horn / Wien 2009