Köllner-Nachlass und Erweiterungen des Familien-Explorers

Erweiterungen des Familien-Explorers

Der im Januar eingeführte Familien-Explorer wurde um mehrere Funktionen ergänzt. Verschiedene Schreibweisen eines Familiennamens werden nunmehr automatisch zusammengeführt – eine Anpassung, die der historischen Überlieferungssituation Rechnung trägt: In den Kirchenmatriken finden sich für dieselbe Familie regelmäßig divergierende Schreibungen wie „Seidl", „Seidel" oder „Seydl". Ferner ist der Explorer über URL-Parameter direkt ansteuerbar (etwa ?family=seidl), was die Verlinkung aus externen Quellen sowie aus den Personeneinträgen der einzelnen Glashütten ermöglicht.

Integration des Köllner-Nachlasses

Eine wesentliche Erweiterung des Datenbestandes erfolgte durch die systematische Aufarbeitung des Forschungsnachlasses von Volkmar Johannes Adalbert Köllner (1912–1991). Köllner, selbst Nachfahre einer Glasmacherfamilie aus dem Waldviertel, führte in den 1980er Jahren umfangreiche Recherchen zu Glasmachern durch und bearbeitete dabei Kirchenbücher sowie Herrschaftsunterlagen intensiv. Sein Nachlass, der mehr als 2000 maschinengeschriebene Seiten umfasst und Daten zu etwa 55 Glasmacherfamilien enthält, wurde nach seinem Tod im Archiv Gmünd aufbewahrt.

Die in diesem Nachlass dokumentierten Personen konnten zu etwa 80 Prozent konkreten Glashütten zugeordnet und in die Glashytt-Datenbank eingetragen werden. Besonders wertvoll erweisen sich Köllners Hinweise auf Herrschaftsunterlagen, die vielfach vor 1700 zurückreichen und frühe Nennungen von Glasmachern enthalten, welche in der bisherigen Literatur nicht erfasst waren.

Zur methodischen Einordnung sei angemerkt, dass Köllners Arbeit gewissen Einschränkungen unterlag: Die Kirchenbücher mussten unter erheblichem Zeitdruck vor Ort exzerpiert werden, was vereinzelt zu Lese- und Abschreibfehlern führte. Zudem bestand kein Zugang zu den Kirchenbüchern im benachbarten Südböhmen, wohin die Glasmacher regelmäßig und oft kurzfristig wechselten. Die Integration seines Nachlasses in Glashytt ermöglicht es, diese Lücken durch Abgleich mit den mittlerweile auf Matricula digitalisierten böhmischen Quellen schrittweise zu schließen.

Der vollständige Nachlass ist online über das Findbuch von Familia Austria einsehbar: www.familia-austria.findbuch.net. An dieser Stelle sei Volkmar Köllner für seine akribische Forschungsarbeit gedankt, die auch Jahrzehnte nach seinem Tod einen unverzichtbaren Ausgangspunkt für die Erforschung der Waldviertler Glasmacherfamilien darstellt. Ebenso gilt der Dank Familia Austria für die Digitalisierung und Bereitstellung dieses wertvollen Bestandes.

Verbesserungen der Benutzeroberfläche

Ergänzend wurden Optimierungen an der Benutzeroberfläche vorgenommen: ein überarbeitetes Menü mit verbesserter mobiler Navigation, ein neues Blog-Layout sowie eine optimierte Marker-Darstellung und verbessertes Clustering-Verhalten auf der Karte.